Archiv für Dezember 2006

Kein Alkohol ist auch keine Lösung…

Dezember 30, 2006

Kein Alkohol ist definitiv auch keine Lösung. Da Alkohol sowieso mein Lieblingsthema ist und ich eben damit konfrontiert wurde, heute: Alkohol in Schweden.

In Schweden kann Alkohol nicht von jedem verkauft werden. Um dem Missbrauch vorzusorgen, wie der Staat sagt, hat der Staat ein Monopol auf den Alkoholverkauf. Im Supermarkt darf nur „Bier“ mit 2,8% oder 3,5% verkauft werden. Das schmeckt dann nicht nur schlecht, sondern verfehlt auch vollkommen seine Wirkung, es sei denn man trinkt es in extrem rauen Mengen. Auch das ist aber schwierig, da der Geschmack wirklich nicht so der Reißer ist… Richtiger Alkohol darf nur in staatlich kontrollierten „System Bolaget“s verkauft werden. Diese Läden gibt es dann in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen. Uppsala als viertgrößte Stadt Schwedens hat glaube ich 4 oder 5 davon. Da diese Läden allerdings nicht den Gesetzen des freien Marktes folgen machen sie einfach mal um 15 Uhr nachmittags zu, also ungefähr dann wenn die erste Palette leer ist und man Nachschub holen gehen möchte… Angeblich müssen sie einem jedes Bier das man haben möchte importieren, da sich der Mangel an Marktfreiheit nicht auf die Auswahl auswirken soll. Ein prickelndes Krombacher zu importieren habe ich aber trotzdem noch nicht versucht, da das wahrscheinlich nicht wirklich billig wäre. Ansonsten muss man aber sagen, dass die Auswahl eigentlich schon sher groß ist, vor allem bei Wein. Die Preise für Alkohol sind hier unglaublich hoch (man bekommt keine Flasche Wodka unter 20€) und in den Kneipen ist der Alkohol noch viel teurer (ein Bier ca. 5€). Der letzte Zufluchtsort für Studenten sind deshalb die „Nations“ (ich werde später mal darüber berichten).

Auf jeden Fall musste ich heute um viertel vor drei noch schnell Einkäufe für Silvester und den kommenden Kiruna-Trip für mehrere Personen organisieren. Dumm zu denken, durch den Laden in der Innenstadt würde nur eine Hand voll Personen auf der Suche nach einem Wein durchforsten. Der Laden war GRANATENvoll! Die Schlangen an jeder Kasse reichten bis zum Ende des Ladens und auch dazwischen war es voll. Am Eingang des Ladens stand ein Sicherheitstyp, der die Schlange vor dem Laden langsam reingehen ließ (das ganze erinnerte ganz klar an alte Ost -Verhältnisse, aber ich glaube die Sicherheitstypen davor gabs noch nichtmal da. „Du kommz hia net rein!“ „..Abo isch häb doch ne Esensmorge!“).

Da ich heute auch gelernt habe Bilder ins Blog zu stellen, hier zwei Bilder aus dem System Bolaget…

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… und hier ein Video von der Schlange:
[http://www.youtube.com/watch?v=ZiWB2bRzBMc]
(bis jetzt anscheinend Problem mit dem Youtube Upload. Ich hoffe, dass das Video noch erscheint.)

-Video rausgenommen. Keine Ahnung, warum das nicht ging-

Das kommt auf jeden Fall davon ihr Kommunisten!

Verkehr

Dezember 29, 2006

Verkehr in Schweden. Als ich eben so unkonzentriert durch Uppsala fuhr, dass ich mich selbst am liebsten angehupt hätte, kam mir die grandiose Idee über Verkehr in Schweden zu berichten. Eigentlich unterscheidet sich das hier nicht wesentlich von Deutschland, aber die kleinen Details sollen euch nicht verborgen bleiben meine verehrten Leser…

Im Stadtverkehr ist der einzige Unterschied eigentlich nur, dass es 2 Spuren gibt auf der Hauptstraße, man die Spur aber dennoch 27 Mal auf 500m wechseln muss, da die Spuren abwechselnd alle gefühlten 2m zu Abbiegerspuren werden, bzw. als Busspuren zu bestimmten Zeiten nicht befahrbar sind. Das macht das Fahren sehr viel dynamischer. (Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was in einer Stadt passieren würde in der die Leute vor dem Kreisverkehr aus Prinzip anhalten und in der es 2 Ampeln direkt hintereinander vor der Autobahnauffahrt gibt (AAA!?! Ich bin die Strecke erst zweimal gefahren bisher, aber welcher Vollidiot hat das denn gebaut?!?))

Außerdem scheint rechts-vor-links hier eher eine… Möglichkeit zu sein. Falls es ein geheimes System zur Regelung der Vorfahrt gibt habe ich es auf jeden Fall noch nicht ausgemacht…

Am besten sind aber die Zebrastreifen. Ich habe glaube ich noch niemals jemanden gesehen der davor hält. Als ich das heute aus Gewohnheit zweimal gemacht habe wurde mir beim einen Mal ein „Tack!“ entgegengerufen und beim anderen Mal salutierte der Typ vor mir (!?) (keine Ahnung, ob das daran lag, dass er mein deutsches Kennzeichen gesehen hatte…)

Trotz alledem habe ich hier noch keinen Unfall gebaut. Über Knöllchen schweigen wir mal…

UND ich wurde noch nicht geblitzt. Obwohl ich auf den schwedischen Autobahnen (eher bessere Landstraßen) regelmäßig die Maximalgeschwindigkeit von 110km/h (!?!) überschreite. Diese Maximalgeschwindigkeit bringt die Leute übrigens auch dazu die Spur quasi nie zu wechseln.

Da waren die Autobahnen in Deutschland vor ein paar Tagen doch en Traum gegen…

Wer nach diesem äußerst informativen Artikel noch mehr über schwedische Verkehrsgepflogenheiten wissen möchte sollte mal bei Ernst Moritz vorbeischauen:

http://avb.tibit.de/wordpress/?p=18

Rückkehr in die Finsternis

Dezember 28, 2006

Seit heute nacht bin ich wieder in Schweden.

Nachdem ich mich mittlerweile daran gewöhnt habe, dass Fliegen bei mir immer grenzwertig an den Nerven zehrt (der Check-In schloss quasi hinter mir, was ausnahmsweise nicht an meinem Zuspätkommen lag, sondern daran dass Hahn gestern kurz vor dem Kollpas zu stehen schien (ungefähr so stelle ich mir einen normalen Tag in Bombay vor) und danach war die Schlange vor der Sicherheitskontrolle so lang, dass die Stockholm Passagiere schließlich rausgewunken wurden), kam ich auf jeden Fall mit ca. 40 Minuten Verspätung an und konnte um viertel nach zwei meinen Korridor wiederbetreten (der aber noch ausgestorbener zu sein scheint als sonst).

Auf jeden Fall begrüßten mich die schwedischen Lichtverhältnisse heute wieder. Ich muss zugeben, dass ich erst um 20 nach drei aufgestanden bin, aber es war dennoch fast schon wieder dunkel. Dabei hatte ich mich doch grade so schön wieder an Deutschland gewöhnt…

Dazu mal eine kurze Erklärung für Nicht-Schweden. Im Sommer ist es auf der Höhe von Uppsala und Stockholm fast durchgehend hell, im Winter dafür fast durchgehend dunkel. Zu Spitzenzeiten (war glaube ich am 19. oder 20. Dezember) geht die Sonne so um neun bis zehn Uhr auf (so genau weiß ich das nicht, da ich dann schlafe) und geht so um drei unter. Das bedeutet, dass ab halb vier Nacht ist. In Deutschland ist der Winter da doch etwas angenehmer. Und um diese eine Frage nochmal zu beantworten: Nein, hier leigt kein Schnee. Es hatte Anfang Dezember mal ziemlich heftig geschneit, aber das blieb dann nur 2-3 Tage liegen oder so. Angeblich hat es kurz vor Weihnachten geschneit als ich nicht da war, aber davon sieht man nichts mehr. Es ist der wärmste Winter seit Beginn der Temperaturmessung. Danke Klimaerwärmung.

Auf jeden Fall ist es hier sehr dunkel und bis jetzt hat mich das überhaupt nicht gestört und ich konnte die Berichte von in Depressionen verfallenden Studenten nicht nachvollziehen, aber irgendwie dachte ich heute morgen zum ersten Mal, dass es tatsächlich nicht ganz soo toll ist, wenn es dauernd dunkel ist. (Ich sehe gewisse Hobby-Madrilenen schon loslachen.)

So richtig die Dunkelheit genießen werde ich übrigens in den ersten Tagen des neuen Jahres in Nordschweden. Da geht die Sonne einfach mal gar nicht auf…

In dem Sinne…

I´m back!

Dezember 24, 2006

Unglaublich, aber wahr…

Der letzte Eintrag liegt nicht weniger als 3 Monate zurück. Und bezog sich schon damals auf eine Reise, die noch länger zurücklag. Ich war einfach unglaublich faul in Schweden und nachdem ich einmal den Faden verloren hatte, hatte ich keine Lust mehr alles nachzuholen.

Erst jetzt da ich wieder in good old Schlaaand bin habe ich wieder die Muße etwas zu schreiben. Dass ich nicht chronologisch alles was passiert ist erzählen werde versteht sich von selbst…

Ich werde einfach mal versuchen in der nächsten Zeit über Schweden und einige Highlights meiner Zeit dort (die Gott sei Dank noch nicht ganz rum ist) zu berichten.